Mrz 1 2009

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Jul 12 2009

Black Days are mine XV

f77Als Tammo schon eine weile gegangen war kramte er in seinen Hosentaschen und fand wonach er suchte. Die schwarze Kreditkarte und eine Menge Dollarscheine kamen zum Vorschein. Seine Reisetasche hatte er zwar im Wagen der beiden Frauen zurück lassen müssen, aber aus alter Gewohnheit hatte er, weil man ja nie weis was so passiert, seine Umhängetasche umgeschnallt und sein Geld immer lose in der Hose.   Er zählte kurz die Dollarscheine und kam auf den beachtlichen Betrag von 132 Dollar, das würde locker für ein Taxi reichen und  den Rückflug konnte er ohne weiteres mit seiner Kreditkarte bezahlen. Heute schien sein Glückstag zu sein, denn gerade als er hochblickte kam ihm ein Taxi entgegen. Er winkte kurz, der Wagen hielt direkt neben ihm und er sprang sofort hinten auf die  Rückbank. “To the Airport, plaese” stammelte Tammo in seinem gebrochenen Englisch. Der Fahrer nickte, drehte seine Indische Volksmusik wieder auf eine unerträgliche Lautstärke und fuhr in aller Seelenruhe Richtung Airport. Im Wagen roch es nach Moschus und altem abgestandenen Pizzabelag. In Ermangelung an fester Nahrung wurde ihm bei diesem Geruch erstmal Übel, die Fenster runter drehen ging auch nicht da keine Schalter oder Kurbeln vorhanden waren. Ohh man, was ne Karre murmelte er vor sich hin und wagte es nicht sich zurück zu lehnen in Angst sich außerirdische Bakterien, Duftstoffe oder Seuchen in die Kleidung zu reiben. Als er nach vorne durch die Windschutzscheibe sah entnahm er dem Straßenschild das es noch 2.Meilen bis zum Flughafen waren. Als noch knapp 10 Minuten aushalten dann war es geschafft und er war einen großen Schritt weiter. Am Flughafen endlich angekommen fand er nach längerem suchen auch den Ticketschalter seiner deutschen Lieblingsfluglinie. Das Logo der Airlinie,  es stellt eine startenden Ente dar und hat die Farben Schwarz-Gelb,  hatte ihn immer schon zum  Lachen gebracht.  Eigentlich sah es aus wie ein Hühnchen am Spieß, die Grafiker hatten hier großen Humor an den Tag gelegt und eine talentierte Verkaufsabteilung ihr bestes gegeben. Vor ihm am Schalter lächelte ihn eine hübsche Blondine an und fragte wie sie weiterhelfen könnte. Tammo erkundigte sich nach dem nächsten Flug der nach Deutschland gehen würde und am liebsten wäre ihm ein Direktflug nach Köln-Bonn. Schnelle kleine Finger huschten über die Tastatur und 3 Minuten später konnte er sich einen Flug nach Antalya, Bristowgrad  oder Barcelona aussuchen. Das waren die nächsten Flüge die im Angebot waren. Heute ist Vollmond, das Blatt wendet sich, hatte  in seinem Horoskop für heute gestanden. Spontan entschied er sich für Barcelona, dort war er schon lange nicht mehr gewesen und dort würde man ihn auch nicht so schnell finden. Er war ohne weitere Komplikationen durch die Passkontrolle gekommen, hatte noch das ein oder andere im Duty Free Shop eingekauft und hatte nun auf seinem Platz auf dem Weg nach Spanien eingenommen. Der Atlantik glitzerte unter ihm und nach Auskunft des Piloten dauert es noch ein paar Stunden bis sie am Ziel wären. Ein kurzes Nickerchen würde nicht schaden dachte er sich und schlief quasi im selben Moment schon ein. Eine wunderschöne grüne Landschaft und eine Silhouette des Meeres wechselten sich ab, so als würde man zwischen 2 Filmen hin und her zappen. Dann plötzlich, alles dunkel, Rauchschwaden kriechen über den Boden, es fühlt sich trotzdem kalt und totenstill an. Jemand geht gerade aus dem Bild, eine Frau in einem roten Kleid. Die Arme wie nach einer vollbrachten Tat nach unten hängend. Wieder gleißendes Licht, eine Brandung ist zu hören, Lachmöwengeschrei fliegt durch die Luft. Der Strand kommt wie von allein auf einen zu, in Zeitlupe baut sich wieder die Frau im roten Kleid im Bild auf. Diesmal steht sie winkend im Wasser und ruft etwas. Dann ruckelt das Bild, man sieht nichts mehr, aber es ruckelt weiter. Tammo öffnet seine Augen und merkt wie eine Hand sachte an seiner Schulter rüttelt und ein dezent geschminkter roter Mund mit ihm leise  spricht. ” …. geträumt. Sie haben nur geträumt, wachen sie auf. Wir landen gleich in Barcelona” ohh Entschuldigung stammelte er, schob sich im Sitz hoch und streckte sich. Er schaute der chicen  Luftfahrtbegleiterin hinterher und schnallte sich an. Keine 3 Sekunden nach dem die Maschine  spanischen Boden berührt hatte ertönten rund um ihn herum die Anmeldemelodien aller möglichen Handymarken. Daraus könnte man auch mal einen Song machen, gar keine so schlechte Idee dachte er und Tammo kam der Gedanke das er schon ewig sein eigenes Handy nicht mehr an hatte. In den tiefen seiner Tasche kramte er ein arg lädiertes aber noch voll funktionstüchtiges Handy hervor, drückte den Startknopf und wartete bis das Gerät hochgefahren wahr. Der  Nachrichteneingang zählte langsam nach oben. Ganze 24 verpasste Nachrichten zeigte das Handy an. Es kam ihm vor als  hätte jemand ein ganzes Buch abgetippt und geschickt.  Über die Hälfte waren Werbe-MMS seines Providers, 3 SMS kamen von Annina. Die erste mit dem Text “wo bist du, lebst du? Melde dich bitte bei mir. Glg A. ” Diese hatte sie wohl kurz nach dem Feuer in der Tankstelle geschrieben. Die nächste lautete nur noch ” verdammt, melde dich endlich!!! ” Und die letzte, hatte den Inhalt ” ich finde dich, wo auch immer du dich verstecken wirst auf dieser Welt, ich denke ständig an dich ” Was sollte er jetzt davon halten, etwas verstört blickte er nach oben und musste das irgendwo einordnen. War das ein Trick oder meinte sie das wirklich ernst? Mit dieser Frage würde er sich später beschäftigen, dies musste warten. Er brauchte dringend ein Zimmer und eine Dusche. Aber das sollte noch das kleinere seiner Probleme sein, wie sich später herausstellen sollte. Fortsetzung folgt……


Mai 31 2009

Black Days are mine XIV

f123Tammo hatte die Tankstelle recht zügig hinter sich gelassen und war so schnell wie schon lange nicht mehr gelaufen. Seine vor drei Monaten begonnene Diät und die 13 Kilo die er verloren hatte machten sich nun bemerkbar. Als er bei den ersten Wohnblocks angekommen war blickte er zurück, und sah wie die Flammen aus dem hinteren Teil des Gebäudes schlugen. Genau aus dem Fenster, aus dem er vor wenigen Minuten geflüchtet war. Die Sirenen der herannahenden Feuerwehr waren auch schon zu hören. OK sagte er sich, nicht schön was ich gerade gemacht habe aber die Jungs mit den roten Wagen werden es schon richten. Während Tammo so da stand und überlegte was er als nächstes machen konnte standen Yeliz und Annina in einem sicheren Abstand zur brennenden Tankstelle am Wagen gelehnt und blickten ungläubig drein. Annina ergriff als erstes mit dem Satz ” glaubst du das er es geschafft hat dort rauszukommen? ” das Wort. Yeliz drehte sich zu ihr um und verdrehte wie sie es immer machte ihre dunklen Augen. ” Glaubst wirklich das Feuer sei rein zufällig ausgebrochen? So naiv kannst du doch nicht sein. Das hat er gelegt, ganz klar. Ich Frage mich nur warum? Hatte er irgend etwas von uns mitbekommen? ” Annina blickte immer noch wie versteinert auf die aufsteigenden Rauchsäulen. ” Meinst du wirklich das er das war? Das traue ich Tammo einfach nicht zu.” Tief in ihrem inneren wusste sie natürlich auch das er das Feuer gelegt hatte und geflüchtet war. “Ohh Mann, wie Blind bist du” fauchte Yeliz sie an ” der Typ ist echt mies drauf, wir haben ihn wirklich unterschätzt. Ich glaube nicht das er noch am Treffpunkt auftaucht und wir können die ganze Nummer absagen. Sag den beiden Blindgängern sie können sich aus dem Staub machen und zurück nach Deutschland fliegen. Du hast doch noch die Handynummer von dem einen, oder?” Annina zückte ihr Handy aus der Seitentasche der Jacke und bemerkte dabei das irgend etwas fehlte. Hektisch begann sie die Jacke abzutasten. Ein Sicherheitsbeamter beim Zoll hätte einen Riesen Spaß gehabt.  ” Na super, meine Marke ist weg” fluchte sie lauthals und warf Yeliz das Handy zu während sie im umdrehen noch zu ihr sagte, ruf du an, ich muss mal in mich rein brüllen. Das alles bekam Tammo natürlich nicht mit als er sich auf den Weg durch das Wohnviertel gemacht hatte. Drei Blocks weiter kam er an eine Kreuzung deren Beschilderung zufolge er an einem kritischen Punkt war. Eine Endscheidung musste her, links ging es zum Airport, rechts nach Down Town zum Treffpunkt. Wie immer in seinem Leben wählte er links, lachte laut, schrie noch ” Zum Teufel mit der Kohle” und marschierte Richtung Airport. Es gibt immer einen besseren Weg, man muss ihn nur gehen wollen. Das hatte mal eine gute Freundin vom ihm gesagt und Tammo nahegelegt das wirklich mal zu beherzigen. Wie sich rausstellen sollte hatte er auch diesmal richtig entschieden, den keine 3 Minuten

später bogen Annina und Yeliz genau in die entgegen gesetzte Straße Richtung Down Town ein.

Man konnte den beiden von weiten ansehen das sie nicht gerade bester Laune waren und der schwarze Wagen bekam das zu spüren. Man hörte wie runter geschaltet wurde und die Reifen beim beschleunigen durchdrehten.

Fortsetzung folgt…..

 


Apr 30 2009

Black Days are mine XIII

bd_f33Als sie am späten Nachmittag auf einem privaten Sportflugplatz am Rand von El Paso landeten hatte er ein ziemliches mulmiges Gefühl im Magen. Ihm blieben keine 3 Stunden mehr um am verabredeten Treffpunkt zu erscheinen und er hatte keinerlei Ahnung was dort auf ihn wartet. Während er dort nach dem Aussteigen gedankenverloren vor der Maschine gestanden hatte war einige Zeit vergangen. Dies hatte Yeliz ausgenutzt und einen schwarzen Wagen, ihm unbekannter Marke, organisiert. Es war eine Mischung aus Sportwagen und edler Limousine recht tief und mit einem Sound der die Haare auf den Unterarmen zum erfrieren bringt. Sie hielt direkt neben ihm, sprang grinsend aus dem Wagen, sagte nur, los rein ihr beiden und war schon an der hinteren Heckklappe um diese zu öffnen und das spärliche Gepäck der 3 dort zu verstauen. 5 Minuten spaeter drückte es ihn, ganz anders als heute morgen im Chevy, bei jeder Beschleunigung entgegengesetzt in die Rückbank. Ein Zeitproblem hatte er nun beim besten Willen nicht mehr. Laut dem eingebauten Navi würden sie ihr Ziel um 19 Uhr erreichen. Wie immer bisher, hatte er es sich hinten bequem gemacht und aus alter Gewohnheit durchsuchte er die Sitzritzen nach Gegenständen. Das hatte er als Kind schon immer aufregend gefunden, die Spannung etwas zu finden was jemand verloren hatte. Er hatte alles gefunden, über Feuerzeuge, Haarklammern, unbenutze Kondompackungen bis hin zu jede Menge Kleingeld und Scheinen in jeder Größe. Das hatte ihn als Kind schon immer angespornt und so grub er sich nun durch diese Rückbank. Und da, plötzlich links neben ihm ertastete er etwas metallenes, ca 2cm dickes. Er konnte die Gravur fühlen die sich über den ganzen Gegenstand zog. Langsam, ohne das die beiden vorne es bemerken zog er den Gegenstand aus dem Ritz hervor. Als er ihn dann, mit der einen Hand schützend, betrachtete staunte er nicht schlecht. Er hielt die Marke eines FBI Agenten in der Hand, so schwer wie sie war und sich anfühlte konnte diese nur echt sein. Unter dem Metall war ein Lederetui angebracht was er nun langsam aufklappte. Diesmal traf ihn wirklich der Schlag, er Blicke auf ein Bild was ihm sehr vertraut war und ihn seit Tagen verfolgte. Annina, Annina Gelderson stand dort in fetten Buchstaben. Ohh, man dachte er, was ist das den jetzt für ein Streifen. Er spürte wie langsam Schweiß auf seine Stirn trat und es ihm heiß wurde. Nur die Ruhe bewahren sagte er zu sich. “Überlege was das bedeutet” sprach seine innere Stimme, auf jeden Fall nichts gutes, das war sicher. Eins wusste er sofort, dieses Auto hier war jetzt genau der Ort wo er sein nicht wollte. Er blickte nach vorne und sah in einiger Entfernung eine Tankstelle kommen. Schnell beugte er sich nach vorne und sagte” Mädels, haltet mal kurz da vorne, ich brauch Zigaretten und ne Toilette wäre auch nicht schlecht“. Es kam nur ein müdes Schulterzucken und Yeliz steuerte den Wagen auf die Tankstelle zu und hielt direkt vor dem Eingang. Er stieg aus und ging zielstrebig Richtung Kasse. Auf dem Weg dorthin hatte er den Riesen Innenraum schon sondiert und sich einen Plan zurecht gelegt wir er hier verschwinden würde. Grinsend ging er auf den Kassierer zu und kaufte seine Lieblingsmarke aus Frankreich und ein Feuerzeug. Frag nach den Restrooms und erhielt einen Schlüssel für die Tür dazu. Kurze Zeit spaeter qualmte nicht nur die Toilette sondern der ganze Verkaufsbereich und es war nur eine Frage der Zeit bis hier die Feuerwehr eintreffen würde. Wahrend dessen sah man an der Hinterseite jemanden mit schnellen Schritten in das naheliege Wohnviertel verschwinden.Fortsetzung folgt ….


Mrz 17 2009

Black Days are mine XII

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Sie waren kurz nachdem sie sich von Angelos und seiner Schwester verabschiedet hatten mit dem frisch reparierten Chevy vom Motelparkplatz gefahren. Tammo hatte es sich hinten auf der Rückbank gemütlich gemacht und lass in seinem Gedichtband den er zum Glück nicht in den Koffer gepackt hatte. Ihm gingen sehr schwere Gedanken durch den Kopf. Die Texte die dort niedergeschrieben standen trugen nicht gerade zu seiner Ermunterung bei.

Als er auf der Seite mit den Textzeilen :

 

Du denkst

So, So du denkst ich bin hier

Im Himmel der Hölle

Wer erklärt mir den Schmerz

Den ich selber nie kannte

Dein Lächeln im Schleier

Das ich nicht erkannte

So, du denkst

Du denkst ich werde verstehen

Warum bist du nicht hier

Auf meinem blauen Feld

Um mich anzusehen

Und zu erklären warum

So, du denkst

Du denkst ich werde verstehen

War mein Weg auch dein Ziel

In der unendlichen Zeit

Ist der Abstand die Nähe

Und für immer mein leid

Ich denke

Ich denke wir werden es sehen

angekommen war hatte er den Gedanken von vorhin im Kopf. Sie, die vorne im Wagen saß und das Steuer in der Hand hielt als würden sie gegen einen schweren Sturm ansteuern, hatte wohl mehr von ihm mitgenommen als nur seine grauen Haare. Irgendetwas fehlte ihm seit der letzten intensiven Begegnung mit ihr. Er kam nur nicht drauf, hatte aber jetzt auch das Bedürfnis den beiden Schwestern mitzuteilen das er zum nächst gelegenen Flughafen muss um Morgen in El Paso zu sein. Warum und weshalb ginge die beiden nichts an, das sollten sie so akzeptieren müssen, so schwer es ihm auch fallen würde. Er beugte sich zwischen den beiden Vordersitzen nach vorne und fing langsam an zu stottern beginnend mit dem Satz „ ähhh, ich … ähmm hab da ein kleines Problem. Ich … muss Morgen früh in El Paso sein, bekommen wir das irgendwie hin ?“ Yeliz reagierte als erstes, dreht sich zu ihm um, sah mit einem Blick der absolute Kälte ausstrahlte in seine Augen und erwiderte nur „ Was soll das den?“ Er lag quasi quer auf der Rückbank des Chevy so hatte ihn diese Antwort getroffen. Im vorbeirauschen sah er hier und dort Schnellrestaurants die sich aneinander reihten und man fragte sich wo den hier überhaupt die Menschen lebten die sich dort vollstopften mit Burgern und sonstigen Pappdelikatessen. Das zweite war ein lautes “Was!!! ?” von Annina. Und als Drittes die Vollbremsung des Wagens, die in noch weiter zwischen die Vordersitze drückte. Blöderweise steckte er nun mit seiner Schulter so zwischen den Sitzen das er sich nicht mehr von alleine aus dieser Position befreien konnte. Yeliz hatte den Wagen schon kurz nach dem Halt des Wagens verlassen, so das Tammo nun alleine mit Annina darin war. ” So stellst du dir das also vor, ne schnelle Nummer mit mir und dann nix wie weg in den nächsten Flieger” Sie hatte gedacht das er anders wäre und das sie mehr erleben könnten zusammen als diese eine Nacht. Aber anscheinend hätte sie sich wie immer getäuscht in den Männern die ihr über den Weg laufen.” Nein. Du verstehst das völlig falsch, es geht hier nicht um dich, ich würde nichts lieber machen als mit dir durch die Prärie zu fahren. Egal wir lange… ” Er hätte eben einen Job angenommen und dazu müsste er Morgen in El Paso erscheinen. Sollte dies nicht geschehen, hätte er mit folgen zu rechnen, die er nicht abschätzen könnte. OK, sagte sie in einem Tonfall der ihm gar nicht gefiel, erklär mir was du dort zu tun hast und wir sehen weiter. Da gibt’s nicht viel zu erzählen gab er zurück, ich weiß selber nur das dürftigste, man hat ihm einen Job angeboten bei dem er als Künstler gefragt Sie, es sei für ihn ein sehr lukratives Angebot, gerade in seiner misslichen Finanzsituation, so das er nur zusagen konnte. Sie runzelte die Stirn, sagte einen Wimpernschlag lang nichts, und murmelte etwas vor sich hin, völlig von ihm abgewandt. Schlagartig drehte sie sich um und meinte “wenn das so ist dann hätte ich zufällig die Lösung für dich” Ganz in der nähe von hier hätte ein guter Freund eine Maschine auf einem Sportflughafen stehen. Sie könnten in einer halben Stunde dort sein und Fragen ob irgendetwas machbar wäre. Es kam ihm zwar sehr merkwürdig vor, aber seine letzten Tage und Wochen bestanden nur aus Zufällen so das sich das Angebot dort mühelos einreihen konnte. Annina stieg aus dem Wagen, kam nach hinten und kniete sich auf die Rückbank, und zog Tammo, der die ganze Zeit in dieser tollen Position zwischen den Vordersitzen im Wagen verbrachte hatte, mit einem Ruck nach hinten. So lag er nun, sein Kopf in ihrem Schoss und die Augen auf sie gerichtet da. Ein unendlichen Augenblick lang, als würde die Zeit stehen bleiben schauten sie sich nur an. Sie küsste ihn auf die Stirn, legte seinen Kopf liebevoll beiseite auf den Sitz und stieg wieder aus. Etwas verstört von dieser Aktion beobachtet Tammo wie Annina und Yeliz sich draußen kurz und intensiv miteinander unterhielten. Dann gingen beide auf den Wagen zu, Yeliz rechts, Annina links rum. Die Szene hatte was aus einem Western, so wie der Staub aufwirbelte als die Schwestern auf das Auto zugingen. Es fehlte nur das sie ihre Revolver zogen und auf ihn zielten. Was Tammo entging, hätte er sich etwas genauer mit Anninas Hüftbereich beschäftig eben im Wagen und hätte er besser sehen können ohne seine Brille, war das etwas metallenes in der Sonne kurz aufblinkte, genau in Höhe von Anninas Hosenbund. Sie starteten den Wagen um mit einer Staubwolke wieder auf den Highway zu gelangen. Innerhalb einer Stunde war alles geklärt und er befand sich mehrere Kilometer in der Luft und flog El Paso entgegen. Fortsetzung folgt…..

 


Mrz 10 2009

Black Days are mine XI

bd_f22Jetzt und hier. Als er den Gang zum Frühstücksraum entlang ging sah er die 3 schon am Tisch sitzen und sich angeregt unterhalten. Irgendwie kam ihm die Situation komisch vor, etwas daran wie sie sich unterhielten hatte etwas geheimnisvolles. Er betrat den Raum und die Unterhaltung verstummte und es herrschte für einen Moment lang Ruhe. Annina ergriff als erstes das Wort und wünschte ihm einen wunderschönen guten Morgen. Ob er den gut geschlafen hätte fragte sie ihn. Sie konnte kaum ein Auge zu machen. Das glaube ich gerne, dachte er für sich, ich erst recht nicht, erst habe ich das Gefühl ich fliege bis zum Mond mit einer atemberaubenden Frau in den Armen  und dann lässt sie mich da oben alleine stehen und nimmt die nächst beste Rakete die vorbei fliegt alleine zurück. “Ich hab geschlafen wie ein Stein in tiefer See” gab er zurück und lächelte sie an. Wo gibt es es den Kaffee und den Rest der zu einem amerikanischen Frühstück gehört wollte er Wissen. Angelos meinte nur er solle sich setzen, seine Schwester käme gleich aus der Küche und würde alles bringen. Nach dem Frühstück, was nur aus 5 Stunden lang auf 200Grad erhitzen Kaffee, fetten Waffeln die aussahen wie leckere belgische aber schmeckten wie Pappe aus der Recyclinganlage und einer bunten Mischung von überzuckerten Müslidrops bestand, hatte er fürs erste genug und ging auf sein Zimmer zurück. Er überlegte gerade was heute morgen schlimmer gewesen war, mit Puder zu duschen oder dieses Frühstück, als es erneut an seiner Tür klopfte. Er öffnete und da stand sie wieder vor ihm. Diesmal war er es der sie nicht zu Wort kommen lies, zogt sie mit einem innigen Kuss hinter sich her ins Zimmer und es war als würde die Welt in eine andere Umlaufbahn katapultiert. Kurz bevor die beiden die Venus umrundeten hätte er Schwarz von Weiß nicht mehr unterscheiden können. Das war alles eher rot, grün und gelb gepunktet und drehte sich von oben nach unten in Richtungen die er sich noch nicht mal vorstellen konnte. Als beide zurück auf der Erde angekommen waren und sie sich langsam zu ihm herunter beugte um Tammo einen Kuss auf die Stirn zu geben, hauchte er nur etwas von “sind wir schon da…Lass uns weiter fliegen…” Und schloss wieder seine Augen. Als er erwachte war das Zimmer leer, es hing nur noch ihr Duft im Raum den er mit tiefen zügen wahrnahm. Auf dem Tisch lag ein Zettel von ihr, und daneben ein paar Notizen die er während der Fahrt gemacht hatte und einem aufgeschlagenen Buch in dem folgende Zeilen noch zu sehen waren:

Die Gewissheit,

In der Sonne verbrannt,

Ist der Gedanke,

Der uns mal verbannt,

Es bleibt nun die Ruhe,

Die keiner Verstand,

Es bleiben Gedanken,

Begraben im Sand

Anninas Nachricht konnte Tammo entnehmen das sie sich um 12:30 AM auf dem Hof zur Weiterfahrt treffen wollten. Er schaute auf seine gelbe Armbanduhr die nichts anderes konnte als die Uhrzeit anzeigen und das auch nur so gerade eben. 10 Minuten blieben ihm noch sich „frisch zu machen” und alles in seine Tasche zu stopfen was er in den letzten Stunden dort rausgerupft hatte. In Ermangelung seiner beiden Koffer, die jetzt schon in El Paso drei mal durch den Zoll waren und wahrscheinlich vom vielen Röntgen so verstrahlt waren als wären sie in der Nähe eines Kernkraftwerks gepackt worden, hatte er sich kurz vor der Abfahrt noch das nötigste am Flughafenshop neu gekauft. 5 Paar Socken, ein Sixpack Unterhosen in den wildesten Farben, eine Jeans bei der er besser auf die Länge geachtet hätte, sie passt hervorragend, da sie aber leider viel zu lang war ist jeder Boden wie neu gewienert, wo her er auch ging. Er hasste es Hosen umzuschlagen, daher blieb es wie es war. Und was natürlich nicht fehlen durfte, ist eine Kollektion an schwarzen T-Shirts. Alle nach seinem Geschmack, mit einem dezenten Aufdruck vorne in der Mitte des Shirts. Dort stand mit weißem Flockdruck „ WEGPOP” , eine Marke die er schon in Deutschland zu dutzenden verbraucht hatte. Und natürlich ein Handtuch, ohne eigenes Handtuch würde er niemals verreisen, also musste dies auch neu angeschafft werden. Schlicht und natürlich auch in schwarz gehalten. Als alles verstaut war, blickte er sich im Türrahmen noch einmal um, richtet seinen Blick auf das verwühlte Bett, ging die Strecke die beide im „Weltall” zurückgelegt hatten noch mal in Gedanken durch. Eine leichte Gänsehaut schüttelte ihn dabei als er sie völlig real sehen konnte, wie sie all die Dinge erlebten die er schon sehr lange nicht mehr erlebt hatte. Da er jede einzelne fehlende Wurzel seiner Haare spürte wie bei Phantomschmerzen, weil sie sich an ihm festhalten musste bei jedem Schub der Triebwerke, musste Tammo über sich selber lachen. Hoffentlich waren es nur die grauen Haare die sie mitgenommen hat, sonst bleibt mal wieder nur eins nach langer Zeit . Färben, in seiner Farbe, in schwarz…. Fortsetzung folgt


Mrz 8 2009

Black Days are mine X

bd_f65 Tage zuvor: “es ist nicht meine Zeit, ich höre nicht dir, es könnte mein Ende sein, das ist alles was ich weiß, …ich werde gehen, du wirst sehen.” Hatte er sich gerade den Text übersetzt, der Text einer Band deren Name er nicht wusste, die aber ganz nach seinem Geschmack die Gitarren bedienten und seine Ohren betäubten. So betäubt und guter Dinge gleich bei seinem Lieblingsspanier am Gürzenich einen Tisch zu bekommen, sehr gute Tappas zu verschlingen wie Patatas Bravas, Tunfisch mit Mojososse und dazu einen leckeren Rioja-Wein zu genießen, ging er über die Domplatte. Plötzlich tauchten diese beiden Typen auf Höhe des Römisch Germanischen Museum vor ihm auf. Einer der beiden stellte sich direkt vor ihn, der andere fasst ihn von der Seite an die Schulter. ” Sie sind doch Tammo Wolson, ich habe sie direkt erkannt als ich sie von weiten sah” sagte der Kerl links neben ihm. Der vor ihm grinste nur komisch vor sich hin. Wo kommen diese Honks den her fragte er sich, und versuchte ihnen aus dem Weg zu gehen. Das funktioniert nicht so recht da die Hand des einen noch auf seiner Schulter lag. “Sagen sie mal, sie haben doch das ein oder andere Problem und suchen Hilfe” plauderte der Typ weiter auf ihn ein. Was geht sie das an und woher Wissen sie das konterte er. Tja, der ein oder andere seiner sogenannten Bekannten hatte wohl mal wieder zuviel erzählt auf einer der zahllosen letzten Partys. Aber was wollten die nun hier von ihm. ” Wir hätten da einen Auftrag für sie, dauert nicht lange, genau das richtige für sie, sie bekommen einen Vorschuss von 3000 Dollar und wenn alles gut geht sehen wir uns nie wieder” Sein erster Gedanke war, was nie im Leben, sein zweiter eine Millisekunde spaeter, warum nicht die Kohle kannst du brauchen. Skeptisch musterte er die beiden. “Was soll ich tun dafür und was kommt am Ende dabei für mich raus?” Sie erscheinen am kommenden Freitag in El Paso dort ist in der nähe der Grenzstation ein Hutladen. Seien sie um 20 Uhr dort. Alles weitere später vor Ort. Hier ist ihr Ticket” ehe er sich versah hatte er ein Flugticket in die Staaten in der Hand und die Typen waren in der Menge verschwunden. Hinten auf dem Ticket stand unter einer Handynummer mit der Schrift eines dreijährigen “anrufen bei Ankunft” Etwas benebelt ging er weiter und musste sich nach 3 Schritten erst mal auf die Treppenstufen vor ihm setzen. Niemand fängt einen auf wenn man fällt, übersetzte sich das nächste Lied was über seinen MP3-Player dröhnte. Wie recht die Band hatte. Er fühlte sich wie im freien Flug. Er hatte mal jemanden so vor den Kopf gestoßen das diejenige ihm ihre Gefühle so beschrieb: „ich bin gerade abgesprungen, mein Fallschirm öffnet sich nicht, ich bitte dich mir zu helfen und du sagst, du wärst auf einer Party und könntest jetzt gerade nicht”. Besser konnte er seine jetzige Lage auch nicht beschreiben. Beim Spanier angekommen und eine herzliche Umarmung mit der Chefin des Ladens weiter, bestellte er das übliche. Einen Espresso und einen 103 dazu. Das brauchte er jetzt. Als die Kellnerin ihm die Getränke serviert grinste er so vor sich hin. Warum sollte er den Job nicht annehmen? Was sprach dagegen eine Zeit lang in die Staaten zu reisen? 5 Glaser Rotwein später unterhielt er sich angeregt mit Tania, der Chefin. Sie erzählte von ihren weiteren Plänen in ihrem Leben, das sie das hier auch nicht ewig machen wollte. Wenn genügend Geld in der “Kasse” wäre wolle sie sich auf Gomera zur Ruhe setzen, das wäre doch mal ein Ziel, sich mit 35 den ganzen Tag die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Tammo erwiderte das er ähnliche Pläne hatte. Sein ehemaliges Fernziel mit 40 soviel Geld zu haben das er nicht mehr arbeiten müsste sei nun ein kurzfristiges geworden, 3 Ziehungen im staatlichen Lotto ständen noch aus und er lachte. Eins hatte ihn bisher nie verlassen und das war immer seine letzte Hoffung gewesen. Er bekam immer was er wollte, zwar schon mal mit etwas Verzögerung aber er bekam es, das war schon seit seiner Kindheit so gewesen. Es gab Menschen in seiner Umgebung die wurden schier wahnsinnig wenn sie das mit bekamen. Um 21:34 Uhr wusste er nur eins, noch 2 Ziehungen und alles wird gut. Dann hatte er wieder die Zeilen im Kopf die er in einem Gedichtband gelesen hatte :

So, du denkst

Du denkst ich werde verstehen

War mein Weg auch dein Ziel

In der unendlichen Zeit

Ist der Abstand die Nähe

Und für immer mein leid

Ich denk

Ich denk wir werden es sehen

Fortsetzung folgt…..


Mrz 5 2009

Black Days are mine IX

bd_frau8dunkelDas sie dieses Motel jemals erreichen würden hatte er schon nicht mehr geglaubt. Erst war das Seil gerissen als sie den Wagen auf die Strasse ziehen wollten und Angelos war “kurz” ein neues holen gefahren, kurz bedeute hier keine 3 Stunden später, dann als der Wagen endlich wieder da stand wo er hingehörte, nämlich auf dem Teer, sprang er nicht an, ein kurzer Blick unter den Wagen zeigte das von den unendlichen Mengen Öl die in so einem Motor Platz finden, auch endlose Mengen ausfließen können, wenn man die Ölwanne über den Steinacker schleift als wolle man Diamanten in Form bringen. Für Angelos alles kein Problem, er hätte einen Cousin 4ten Grades mit einer Autowerkstatt, daneben wäre das Motel seiner Schwester, also alles keine Frage für ihn. So fuhren sie also, Tammo vorne im Lieferwagen bei Angelos und die beiden Schwestern hinten auf der rückwärtigen Ladefläche liegend dem ersehnten Motel entgegen. Kurz nach Mitternacht standen sie an der Rezeption des Motels und buchen sich dort ein. Sie hatten 2 Zimmer im Country Style bekommen, den alle Zimmer außer der Hochzeitssuite waren ausgebucht. Das, wolle sie sich doch für den „richtigen Moment und Mann „ aufsparen tönte Yeliz durch den Raum. Anninas Blick blieb wie versteinert und sie würdigte ihn keines Blickes. Er dachte für sich „ da hätte ich auch da bleiben können wo ich hergekommen bin“ und versuchte sie mit einem aufmunternden Blick zu besänftigen. Bei ihr kam das eher als der allseits bekannte „Hundeblick“ rüber den sie überhaupt nicht ausstehen konnte. Endlich in seinem Zimmer angekommen, das aussah wie die Mischung aus griechischer Mythologie und dem was übrig geblieben war, wenn eine bekannte Musikcafekette den Stil wechselt, lies er sich wie ein Stein auf das Bett fallen und schloss die Augen. Er lies die vergangenen beiden Tage Revue passieren und stelle fest das es alles gar nicht so verkorkst war, er hier seinen einen Auftrag zu erledigen hatte von dem er nur wusste das sein ganzes Können als Künstler dabei gefragt ist, er 2 äußert reizende Frauen kennengelernt hatte und das Leben so viel mehr für ihn bereit hielt. Im selben Moment klopfte es an seiner Zimmertür, er stand auf und öffnete. Da stand sie wieder, einen eiskalten Blick auf ihn gerichtet und ihren linken Zeigefinger ihm grade auf die Brust drückend. Er konnte gerade noch tief Luft holen, da schob sie ihn vor sich her in die Mitte des Zimmers hinein, wobei hier erwähnt werden muss das dies nicht die Maxi-Ausgabe eines Zimmers war, und er schon nach 4 Schritten rückwärts wieder auf seinem Bett lag. „ So lasse ich nicht mit mir umgehend, du kannst nicht machen was du willst mit mir, ich lass nicht einfach SEI EINFACH RUHIG zu mir sagen wenn ich dir von meinem Leben erzähle, was bildest du dir ein“. Auf dem Rücken liegend hatte Tammo ihr zugehört und fing langsam leise an zu lachen. Dies blieb natürlich nicht unbemerkt und sie redete sich weiter in Rage, er könne froh sein das sie ihn mitgenommen hätte, wie undankbar er wäre und wieso er jetzt auch noch die Frechheit besäße das lachen anzufangen. Während sie mit rotem Kopf sich schon heiser geredet hatte, war Tammo aufgestanden und sie blickten sich jetzt Nase an Nase in die Augen. Eine Strähne ihres schwarzen Haares fiel über das rechte Auge. Sie versuchte mehrmals diese mit Pusten wieder in die richtige Position ihrer Frisur zu bringen, was ihr aber nie gelang. Behutsam nahm Tammo die Strähne, stecke dies hinter ihr kleines Ohr und küsste sie. Einfach so, er hatte das gar nicht gewollt, aber da war es schon geschehen. Und das dauerte, die beiden befreiten sich erst wieder von einander als die Sonne durch das hinter Fenster zu sehen war. Sie stand vom Bett auf, drückte ihm einen Kuss auf die Stirn, sammelte ihr Kleid ein, lachte ihn an und ging aus dem Zimmer. Kein Wort, nichts, nur ein lächeln von ihr, und das hatte von nun an sein Leben verändert. Manche Tage gehen von schwarz in grau über hatte mal sein letzter verbliebener Freund Dieter gesagt. Wie recht er hat, und wenn ich Glück hab werden sie sogar weiß. Mit einem guten Gefühl stieg er unter die Dusche und merkte das er gar kein Shampoo mehr hatte. Nass war er jetzt sowieso, da konnte er auch das komische Zeug nehmen was unter in der Ecke der Dusche stand und wohl jemand vergessen hatte. Er drehte den Verschluss auf, roch daran, hielt die Flasche über sich, und es kam trockenes Pulver dort heraus, wo sonst nach seinem Befinden hätte Shampoo kommen sollen. Diesmal ertönte ein so lauter Fluch das auf Kreta die Gyrosspieße für drei Sekunden stehen blieben. „Ich bleib bei schwarz, ja das sind meine Tage, schwarz“  fluchte er noch vor sich hin als er zum Frühstücksraum ging um wenigstens noch einen Kaffee zu ergattern. Einen schwarzen versteht sich.

Fortsetzung folgt…..


Mrz 5 2009

Black Days are mine VIII

bd_frauen11Während Yeliz schmollend am Wagen rum stand hatte Angelos nix besseres zu tun als ihr zum x-ten mal seinen Spruch, ” alle Worte haben griechischen Ursprung” vorzutragen, was sie jedes mal aus der Bluse springen lies. Nun reichte es ihr endgültig, sie schnappte sich das Abschleppseil von der Ladefläche und meinte im vorbeigehen zu ihm, das ihr selten so ein Typ über den Weg gelaufen wäre, konnte sich aber ein kleines Grinsen dabei nicht verkneifen. Nach dem sie schon 20 Meter in die falsche Richtung gelaufen war pfiff Angelos hinter ihr her und zeigte nur lachend in Richtung des Hügels von wo sie gekommen waren. Wutentbrannt stampfte sie an ihm abermals vorbei und warf Annina und Tammo das Seil vor die Füße und verschwand hinter dem Hügel. Beiden hatten die angefangene Unterhaltung von eben fortgesetzt, um nun endlich zu klären was es mit den unterschiedlichen Vornamen, Türkisch und …, wo kam ihr Name überhaupt her? “Wie ist das den nun mit euch und den Vornamen” fragt er ohne sie aus seinen Augen zu lassen. Annina stieß einen tiefen Seufzer aus und begann zu erzählen. Das ist eine lange und endlose Geschichte begann sie, ich wurde damals in Ankara von meinen jetzigen Eltern adoptiert, das ist jetzt 32 Jahre her, ich war damals 4 als sie mich aus dem Heim holten. Seit dieser Zeit habe ich sehr viel gesehen von der Welt und einige Höhen und Tiefen erlebt. Damit könnte ich ganze Bände von Büchern füllen. Sie hatte dabei dieses unwiderstehliche Lächeln aufgelegt das in seinem innersten Gefühle wiederbelebte die er schon im Fundbüro als vermisst gemeldet hatte. Man hatte ihn dafür damals des Hauses verwiesen. Das ist aber eine ganz andere Geschichte. Sie fuhr fort mit Ihrer Geschichte, berichtete darüber welche Länder sie alle gesehen, bewohnt und bereist hatte. Sie wäre gefühlt in Kilometern ” to the moon and Back” geflogen wenn man alle Entfernungen addieren würde. Die Ursache wäre der Job ihres Vaters gewesen, er hatte eine hochrangige Stelle im Institut für Globale Schädlingsbekämpfung von Istanbul inne gehabt und so seien sie halt mehr als 14 mal umgezogen. Mit 19 hat sie dann ein Studium in altamerikanischer Geschichte begonnen und zur Zeit jobbe sie halt bei der Airline am Schalter und den Rest kenne er ja. Wahrend ihrer Ausführungen, die er persönlich nicht wirklich wahrgenommen hatte, so fasziniert war er von ihr, stiegen langsam wieder die düsteren Gedanken in ihm auf, jene die er nach seinem Abflug in Köln erfolgreich verdrängt hatte. Es war ein sehr mulmiges Gefühl und Zack da war es ganz oben. Es war ihm schlecht gegangen damals, hatte auf die wenigen Freunde die man mit 40 noch gezählt. Aber wie es so ist im Leben, in der Not zeigen alle ihr wahres Gesicht. Ob sie selber die Leidtragenden sind oder wer anders, dies spielt dabei keine Rolle. Nachdem er diese Erkenntnis für sich selbst realisiert hatte griff er als erstes zu seinem Multitasking_Handy und löschte erstmal alle die Nummern, bei denen er in den letzten Jahren so viel Gebühren erzeugt hatte das sein Provider damit einen Börsengang finanziert hatte. Das war ein befreiendes Gefühl, schade das es diese Löschfunktion nicht auch für meinen eigenen Kopf gibt, das würde einiges vereinfachen. Sie hatten ihm die abenteuerlichsten Geschichten erzählt um ihm nicht zusehen. Damit war jetzt Schluss, er hatte sich ein neues Leben aufgebaut und war zufrieden damit. Sein Gefühl sagte ihm aber auch das irgendwas nicht stimme an der aktuellen Situation, es passte etwas nicht, irgendwie hat er sich zu weit von sich selbst entfernt und wurde merklich unzufriedener. Was sollte er hier in diesem Land, wieso dieser Auftrag, er hatte doch ganz andere Möglichkeiten an Geld zu kommen. Nicht ganz zu Ende gedacht, meldete sich sein Unterbewusstsein, die Kohle die du meinst kommt wer weiß wann aber nicht jetzt, wo du sie brauchst. “Sei einfach ruhig” sagte er vor sich hin, doch leider bekam Annina das mit und fühlte sich damit gemeint. Frauen mit diesem Charakter lassen sich das nicht zweimal sagen und verstummen sofort. Sie wieder zum Reden zu bringen sollte ihn vor eine Probe stellen, die mit nichts zuvor zu vergleichen war…….


Mrz 1 2009

Black Days are mine VII

bd_akt-iiiEr hatte ihr völlig verträumt hinterher gesehen, doch auf einmal viel es ihm wieder ein. Er hatte einen Auftrag zu erledigen, deswegen war er doch in dieses Land gekommen, er hätte sich sofort nach der Landung bei seinen Auftraggebern melden sollen. Das war ihm völlig durchgegangen. Er zog sein Handy aus der Tasche, prüfte den Ladebalken und den Empfangslevel. Mist, nur noch Strich auf der Ladeanzeige, das kann eng werden. Hastig tippe er die Nummer die man ihm damals gegeben hatte ein und drückte die Ruftaste. Ein grauenhaftes Soundlogo unterlegte den abgehen Anruf. Elvis Presley hatte er noch nie gemocht und dann auch noch dieses Lied.

Well, since my baby left me,
I found a new place to dwell.
It’s down at the end of lonely street
at Heartbreak Hotel.
You make me so lonely baby,
I get so lonely,
I get so lonely I could die

Endlich nahm jemand das Gespräch entgegen “ja, verdammt was ist?” Ich sollte mich melden sobald ich in den Staaten bin antwortete er. “Ach sie sind’s, hatte sie fast vergessen. Wann sind sie am vereinbarten Treffpunkt in El Paso?” Das könnte eventuell noch dauern, er wäre mit dem Wagen unterwegs und sie hätten eine Panne gab er zurück. Ein fürchterliches Brüllen kam von der anderen Seite zurück. Ob er wahnsinnig wäre, was heißt hier Wir, es war vereinbart das er alleine käme, was er sich einbilde, und so weiter. Wahrend dessen hielt er sein Handy mit ausgestreckten Arm Richtung Sonne. Erst als nichts mehr zu hören war nahm er es wieder an sein Ohr und lauschte “…… sollten sie morgen dort sein, sonst komme ich persönlich und bringe es zu Ende. Haben sie das verstanden?” Er antwortete mit einem schweren Seufzer, ja kein Problem, alles läuft wie besprochen, am nächsten Flughafen würde er den erstbesten Flug nehmen und der Zeitplan kann damit eingehalten. Er hörte nur noch wie mit einem Fluch das Gespräch unterbrochen wurde und dann war die Leitung tot. Na toll,wie komm ich da nur wieder raus kreiste es in seinen Gedanken und er schritt langsam den Hügel hinauf. Folgendes Bild bot sich ihm. Yeliz lehnte mit verschränkten Armen an der hinteren Seite des Lieferwagens der gehalten hatte und schmollte, Annina sprach mit dem Fahrer der ihr dabei lustlos zuhörte. Als Tammo endlich bei den dreien angekommen war teilte man ihm mit das alles kein Problem wäre, zufällig hätte der Grieche, sein Name war Angelos, ein Abschleppseil mit und man könnte ihren Wagen wieder auf die Strasse zurück ziehen. Was den mit Yeliz los wäre wollte Tammo von Annina wissen. „Ach“ sagte sie nur im vorbeigehen, das macht sie immer wenn sie nicht ihren Willen bekommt. Das konnte er nicht direkt verstehen, aber er hatte selber andere Probleme die es jetzt zu lösen galt. Er muss mit den beiden sprechen und sie bitten ihn zum nächst besten Flughafen zu bringen. Er fiel ihm schwer sich schon jetzt von den beiden zu trennen, ihm blieb aber keine andere Möglichkeit. „Noch nicht“ meldete sich sein Unterbewusstsein was ihn selber etwas irritierte.

Fortsetzung folgt…..